Hintergrundinformationen

Integration Fachstelle Integration Behinderung

Integration ist immer ein gegenseitiger, einander als Personen akzeptierender Prozess. Mit Assimilation im Sinne von einseitiger Anpassung hat dies nichts zu tun. Im Sinne eines nachhaltig friedlichen Zusammenlebens sollte es im Interesse jeder Person sein, sich und andere positiv, d.h. auch rechtsstaatskonform zu integrieren. Handelt man dabei menschenrechtsorientiert nach dem Lustprinzip und nicht lustlos nach fremden Vorgaben, kann nichts falsch gemacht werden.

Die Fachstelle Integration Behinderung arbeitet nach dem Grundsatz ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘.

 

Behinderung und Invalidität Fachstelle Integration Behinderung

Eine konkrete Behinderung eines Menschen ist das Produkt von individuellen und sozialen Faktoren. Wie stark jemand behindert ist, hängt nicht nur von der gesundheitlichen Situation der behinderten Person ab, sondern auch von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, vom Verhalten Anderer.

Ziel einer Behindertenpolitik sollte sein, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass sich die individuelle gesundheitliche Situation der Menschen mit Behinderung minimal behindernd auf deren Leben auswirkt. Von der finanziellen Seite wäre dies ein existenzsicherndes Grundeinkommen in der Höhe der Ergänzungsleistungen für Behinderte und Nichtbehinderte. Mit der derzeitigen bürgerlichen Politik behindert sich ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung unnötig selber und andere mit. Die daraus entstehende soziale Ausgrenzung behindert zusätzlich. Mehr dazu siehe Schweizer Behinderungsgeschichte, Krank durch Kränkung und Moving forward.

Das Wort ‚invalid‘ lässt schnell auf ‚unwertes Leben‘ schliessen, einem Begriff aus der Eugenik bzw. Rassenhygiene, so wie Menschen mit Behinderung während der Nazizeit auch in der Schweiz oft betrachtet und behandelt wurden. Heute wird der Begriff ‚Invalidität‘ neutral verwendet im Zusammenhang des IV-rechtlichen Abklärungsverfahrens. Damit wird der wirtschaftlich nicht verwertbare prozentuale Anteil, ausgehend von 100%-iger Arbeitsleistung, benannt. Die Invalidenversicherung orientiert sich am Einkommen, welches wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht (mehr) erzielt werden kann. Die Höhe dieses nicht erzielbaren Einkommens gilt als Grundlage zur Berechnung des IV-Grades.

 

Missbrauch von Staatsgeldern Fachstelle Integration Behinderung

Zuerst soll hier mit einigen Vorurteilen aufgeräumt werden: Im Jahre 2010 ist es nicht (mehr) möglich, über Rückenschmerzen zu klagen und per Hausarzt eine IV-Rente zu ergattern. Auch früher durfte ein Arzt professionell arbeiten, die Gesundheit von Patienten richtig diagnostizieren und sich auf seine Erfahrung verlassen hinsichtlich IV-Renten. Für die Abklärungen und Sprechung von IV-Leistungen waren schon immer die IV-Stellen alleine zuständig.

Seit bald 10 Jahren schon hat die IV aus Spargründen begonnen, eigene medizinische Abklärungen zu treffen, ein guter Entscheid. Allfällige Gefälligkeitszeugnisse durch Ärzte (mit oder ohne Wissen des Patienten) können von der IV-Stelle ignoriert werden, kommen die von der IV beauftragten Ärzte zu einer anderen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. In den letzten Jahren urteilten diese  jedoch oft überstreng, d.h. sogar für medizinische Laien erkennbar nicht logisch. Dies hat nicht zuletzt mit einer Gefälligkeitshaltung gegenüber der IV zu tun. Mehr dazu siehe Die Gesundschreiber, ein Titelthema des Schweizerischen Beobachters 2012.

In der heutigen Zeit von Scheininvalidität im medizinischen Sinne zu sprechen ist deshalb reiner Ablenkungs- und Manipulationsversuch. Aus den Medien sind einige Missbrauchsfälle bekannt, vor Allem was den Sozialstaat betrifft. Klar, eine gewisse Dunkelziffer wird bei diesem System immer bleiben. Wo Lücken sind, gibt es auch Möglichkeiten, diese zwecks Verheimlichung von Einkommen und Vermögen zu nutzen. Diese Lücken sind systembedingt und politisch gewollt, ansonsten gäbe es längst das Existenzsichernde Grundeinkommen und das Thema wäre erledigt bzw. nie auf diese Art wie heute aufgetaucht. Diese Missbrauchsfälle sind moralisch stossend, da sie den Rechtsstaat verletzen. Trotzdem müssen diese im Ganzen betrachtet werden.

Was wird der Bevölkerung von den meisten finanziell Starken vorgelebt? Die zynische Devise scheint zu lauten: Werde reich, dann kräht niemand danach, wie du zum Reichtum gekommen bist und ihn vermehrst. Wenn du es aber nicht schaffst, bist du nichts wert und unser Sklave. Die soziale Diagnose dieses Zustands kann so gestellt werden: Es wird von beruflich im neoliberal geschützten Rahmen wie beispielsweise bei der UBS tätigen Anpassungsgestörten von allen anderen eine Anpassung an die bürgerliche Anpassungsstörung ersterer erwartet.

Viele Leute reagieren in ihrem Burnout, in ihrer Gekränktheit und Ohnmacht oft mit einem Phänomen darauf, welches medizinisch als Anpassungsstörung diagnostiziert wird. Die Gefahr der Chronifizierung und zusätzlicher psychischer und psychosomatischer Erkrankungen besteht besonders dann, wenn ihnen adäquate Bewältigungsstrategien fehlen, welche man nur in Ruhe und Sicherheit entwickeln kann. Laut IV sind Personen mit einer diagnostizierten Anpassungsstörung alle arbeitsfähig. Implizit wird durch die bürgerliche Doktrin suggeriert, dass man sich in der Logik einer UBS verhalten solle, dann werde man auf dem Arbeitsmarkt als arbeitsfähig betrachtet und habe somit Chancen bei der Jobsuche.

Eine UBS darf beim Staat die hohle Hand machen und ohne eine Rechtsgrundlage dafür zu haben, werden der Schweizer Bevölkerung gehörende Steuergelder in zweistelliger Milliardenhöhe zwecks Ankurbelung einer bereits durch Swissair bekannten Pleitenwirtschaft gestohlen. Konsequenzen gibt‘s für die UBS bis jetzt keine, und wie viele Grosskonzerne sonst bezahlt die UBS fast keine bis keine Steuern. Zusätzlich wird seitens solcher Konzerne erwartet, dass die Infrastruktur auf Staatskosten ihnen angepasst wird.

Was die IV-Gelder betrifft, müsste abgesichert werden, dass den Lohn aus IV-Geldern erhaltende Personen und ihre Organisationen den Auftrag durch das Gesetz im Sinne des Gesetzes besser umsetzen. Dort könnte dank Professionalisierung ein relativ grosser Betrag eingespart werden, welcher für die sauberere Bearbeitung der IV-Anträge und entsprechend für Taggeld- und Rentenleistungen zur Verfügung stehen würde.

 

Auswirkungen der Sparmassnahmen im Sozialbereich Fachstelle Integration Behinderung

In den letzen Jahren hat die IV viel Geld mit der Missachtung des IV-Gesetzes eingespart. Dies in den Bereichen, wo Krankheiten schwierig bis schlecht nachweisbar sind. Krankheiten wie Fibromyalgie, Schleudertrauma und Bandscheibenvorfälle, Schmerzerkrankungen und psychische Leiden leichten bis mittleren Grades werden von der IV gemäss Gesetz generell nicht mehr anerkannt im Sinne von Berechtigung zu IV-Leistungen.

Stossend ist, dass die IV oft versucht, körperliche Symptome in die oben genannten Krankheitskategorien einzuteilen. Wer das Gesetz nicht kennt, wird oft böse überrascht. Willkür wird immer häufiger, oft geht seitens der IV der Anstand verloren. Von der Stossrichtung her werden Erinnerungen über Berichte aus der Hitlerzeit wach. So sind in der Vergangenheit immer mehr Menschen mit Behinderung von der IV als erwerbsfähig eingestuft worden. Dies brachte mühsame und langwierige Verfahren in Gang, am Schluss blieb oft nur der Gang aufs Sozialamt, Arbeitssuche war aus gesundheitlichen Gründen schlicht undenkbar. Besonders stossend ist die Praxis, dass Menschen mit Behinderung bei der Arbeitssuche strengere Kriterien bei den Bewerbungen einhalten müssen um die materielle Existenz gesichert zu haben als gesunde Arbeitssuchende (Erhalt Ergänzungsleistungen).

Auch das Nichtausschöpfen des kantonalen Budgets für Prämienverbilligungen der Krankenkassen führt zu Situationen von ‚malade poor‘, da Menschen mit Behinderung oft keine Lohnarbeit verrichten können und bei einem Einkommen knapp über dem sozialhilferechtlichen Existenzminimum unter dem Strich finanziell schlechter dastehen als Menschen ohne Behinderung mit Sozialhilfeanspruch.

Wirkliches Sparen im Sinne von optimalem Einsatz finanzieller Ressourcen, zugleich mit einer verbesserten sozialen Integration und nachhaltigen Versorgungslage nicht nur von Randgruppen, ist nur mit dem Existenzsichernden Grundeinkommen möglich, welches bis jetzt leider noch in keiner Schweizer Gemeinde eingeführt worden ist.

 

5. IVG Revision geplante 6. IVG Revision Fachstelle Integration Behinderung

Die Abstimmung über die vom Stimmvolk angenommene 5. IVG-Revision wurde unter dem Schlagwort ‚Eingliederung vor Rente‘ geführt. Das Prinzip ‚Eingliederung vor Rente‘ gilt bei der IV schon sehr lange, nur wurde dies zu wenig konsequent umgesetzt. Das Problem liegt  höchstwahrscheinlich in der zu wenig langfristigen Planung der Umsetzung des Gesetzesauftrags seitens des BSV und der Sozialversicherungsanstalten. Die Zusatzfinanzierung der 5. IVG-Revision, welche eigentlich bereits zum Zeitpunkt der Abstimmung gesichert hätte sein sollen, wurde mit dem Versprechen der späteren Sprechung immer länger  hinausgeschoben. Ohne diese konnte die 5. IVG-Revision nicht im Sinne des Gesetzesauftrages umgesetzt werden. Schliesslich wurde die Zusatzfinanzierung 2009 vom Schweizer Stimmvolk knapp angenommen.

Bevor das 5. IVG voll umgesetzt werden konnte, wurden im Herbst 2009 vom Bundesparlament bereits erste geplante Teile der 6. IVG-Revision behandelt. Dabei existieren noch keine ernstzunehmenden Erfahrungen aus der Umsetzung der 5. IVG-Revision, um wirkliche Verbesserungen anbringen zu können. Was sich integrieren liesse, wäre ein Assistenzbudget für alle Behindertengruppen, um einen (einiges teureren) Heimaufenthalt verhindern und eine möglichst grosse Selbstbestimmung im Alltag ermöglichen zu können.

Mit den Schlagworten Missbrauchsbekämpfung soll sich also die kostenschwere Unlogik im Sozialversicherungsbereich weiter ausdehnen. Hätte die IV früher schon den Gesetzesauftrag ‚Eingliederung vor Rente‘ ernst genommen, bestünden jetzt nicht solche Missstände bei der IV.  Dies öffnet weiter Tür und Tor, mittels Willkür und Gesetzesmissachtung zu ‚sparen‘ zu versuchen. Langfristige kostengünstigere und auch für Menschen mit Behinderung würdigere Alternativen scheinen absichtlich nicht geprüft zu werden (Existenzsicherndes Grund-einkommen mit finanziellem Anreiz für Freiwilligentätigkeit bei zusätzlicher Möglichkeit zur wettbewerbsfähigen Erwerbsarbeit, was mit einer Vollgeldreform finanzierbar wäre).

Die umstrittene 6. IVG-Revision wurde aufgesplittet, wobei der Teil 6a bei der Arbeitsintegration bereits Berenteter behilflich sein soll. Der wegen geplanter Rentenstreichungen aufgrund eines neuen Diagnosekatalogs viel umstrittenere Teil 6b scheiterte hingegen bereits in der vorberatenden Kommission des Nationalrats.

 

Sozialarbeit

Professionelle Sozialarbeit als Menschenrechtsprofession orientiert sich an der individuellen Situation ihrer Klientel und am Rechtsstaat. Ziel der Sozialarbeit ist sich erfolgreich entbehrlich zu machen im nachhaltigen Sinne: sie arbeitet lösungsorientiert, sie bietet Hilfe zur Selbsthilfe, fördert und fordert.

Sozialarbeit verändert mit Betroffenen deren eigene Situation inkl. die Rahmenbedingungen zugunsten aller, sie holt aus der Situation das für ihre Klientel Bestmögliche heraus. Sie ist in den Gemeinwesen entsprechend vernetzt, bringt ihr spezifisches professionelles Wissen ein und bringt politisch entsprechende Forderungen an. Dazu werden fachliche Verfahren und Methoden situationsangepasst benutzt. Gelehrt werden solche beispielsweise an der FHS St.Gallen.

Ganzheitlich betrachtet besteht in der Sozialarbeit kein Dilemma eines doppelten Mandats. Wird nach dem GWA-Arbeitsprinzip und dem Verfahren des sozialarbeiterischen Case Management gearbeitet, existiert fachlich kein Widerspruch innerhalb der Sozialarbeit, wie leider oft behauptet wird.

Sozialarbeit ist keine kühle Technokratentätigkeit, sondern sie arbeitet am Puls des Geschehens mit Herz und Konsequenz. Die Profession Soziale Arbeit entwickelt sich stetig weiter. Wer interessiert ist am Fachdiskurs: Berufsverband Soziale Arbeit.

 

Sozialarbeiterisches Case Management

Case Management ist ein Verfahren, in dem die Leistungen einer Vielfalt von Diensten und Unterstützenden für die zu unterstützende Person ausfindig gemacht, geplant, koordiniert und steuernd begleitet werden. Gerade in komplexen Situationen erweist sich Case Management als effizientes und für alle Seiten optimales Verfahren.